"Gedankenwelt"
von C.R.

Sternenklar und wolkenlos
Ehrlich und so unschuldig scheint der Himmel über mir
Alles könnte so perfekt sein
Wenn die Leute nicht wären
Ihr macht alles kaputt
Erdrückt mich mit Eurer verdammten Pseudo-Macht.

Auf der Suche nach einer Antwort
Auf Deine Frage nach dem "was nun"
Blicke ich empor in die kühle Nacht eines Oktobertages
Gedankenverloren und so beengt von Eurem Bedrängen
Unentschlossen und verzweifelt.
Was soll ich bloß tun?
Ich halte das nicht mehr aus
Und Du auch nicht, das weiß ich.

Ich erfahre keine Antwort, von niemandem
Eure Antwort werdet Ihr mir nicht aufdrücken.
Das Glitzern, das Leuchten der ersten Sterne
Ist alles, was mir die Nacht offenbahrt
Stille, irgendwo falsche Einsamkeit
Unendlichkeit, wohin man nur blickt
Aber doch keine Freiheit, keine Sicherheit vor Euch.

Ich habe ein Geheimnis
Und nur die schwarze Gewitterwolke kennt es
Wann gibt es endlich Regen
Der mein Geheimnis herausschreit?
Ich allein bin zu schwach
Ich wünsche mir Regen
Mit Tropfen so groß
Dass es weh tut
Wenn man sich nicht vor ihnen schützt.

Wolkenfäden ziehen leise vorüber
Sollen Dir
Meine Liebe, mein Geschenk
Verbergen
Aber Du spürst meine Liebe trotzdem
Du wirst sie immer spüren.
Leises Grummeln in der Ferne
Das nur Du und ich hören
Unter meiner Decke
Die Entscheidung naht, ich weiß
Wie lautet die Antwort?

Unwahrscheinliche Dunkelheit
Taucht Dich in ihren Dunst
Nebelschwaden um Dich herum
Die Dich vor mir verstecken sollen
Ich sehe Dich kaum noch
Denn bald haben sie es geschafft
Und es wird Dich nicht mehr geben
Ich habe Angst.

Diese Enge in mir
Wie in der Gewitterwolke über uns
Die Regentropfen sprengen hervor
Prasseln aufs Land
Bedecken mich, schützen mich
Noch schützt auch Du mich
Ich lasse mich tragen in die Dunkelheit.
Ja, ich werde alles sagen
Ich werde erzählen
Bis ich leer bin.

Ein Blitz erhellt das Land
Gefolgt von ohrenbetäubendem Donnerschlag
Soll das Eure Warnung sein?

Ich möchte Kind sein
Die Augen schließen vor allem
Nicht entscheiden müssen
Hellwach sitze ich nun hier
Denke an alles, an gestern und an heute
Das Lied in meinem Herzen
Dein Lächeln dann in meiner Erinnerung
Mein Kopf scheint zu zerplatzen.

Ein letzter Donnerschlag
Und die Sonne durchbricht die dunkle Wolkendecke
Die Strahlen kitzeln in der Nase
Am Horizont der Regenbogen
Siehst Du ihn?
Ich besteige ihn und blicke herab auf unser Land
Mit Tränen in den Augen
Die Du mir sanft trocknest
Ein Lächeln in meinem Herzen
Das nur Du siehst und erwiderst
Du gibst mir einen letzten Kuss
Denn nun bin ich dran zu entscheiden
Ich werde es tun, ich verspreche es Dir.

Doch der Regenbogen löscht sich zu schnell aus
Und ich rutsche hinab, wieder zurück
Zurück zu Euch, in Eure Spießer-Welt
Hart lande ich auf dem Boden
Ich öffne die Augen
Ich bin allein, so allein
Gedankenverloren und traurig
Ich war ungerecht zu Dir
Aber ich sehe keinen Weg
Als den zu träumen
Denn ich bin eingesperrt.
Ich bin zu feige
Um Ihnen einfach alles zu erzählen
Von uns
Von Dir.

Und dafür hasse ich mich.